Im September 2010 erblickten die Blinkgestalten das Licht der Welt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Lassen wir die vergangenen 10 Jahre nochmal kurz an uns vorbeiziehen.
Die Blinkgestalten feiern ihr Jubiläum
So, die ersten 10 Jahre hätten wir schon mal!
Ja, ja, schauen Sie nicht so verdutzt – die blinkgestalten feiern dieser Tage tatsächlich schon ihr zehnjähriges Jubiläum.
Und was da nicht alles entstanden ist in diesen Jahren. Wir haben ja mal ganz klein angefangen mit unserem Projekt Elektrohase. Nach und nach haben wir das Projekt weiter mit allerhand Promotion und Begleitmaterial ausgestattet und Spaß daran gefunden. Es folgten erste Ausstellungen wie die renommierte Klohäuschen Biennale und damit eine gewisse Popularität … in Kennerkreisen, doch wir hatten Lust auf mehr.
Die blinkgestalten nutzen die Ausgangsbeschränkungen und ziehen sich in ihre blinkanstalt zurück. Dort nutzen sie die freie Freizeit, um sich mal wieder kreativ zu beschäftigen.
Aus 106 Dreiecken entsteht ein geometrisches Bild
Der Schneideplotter läuft auf Hochtouren und spuckt gelbe, silberne, graue und schwarze Dreiecke aus, 106 an der Zahl. Nach Vorlage werden diese chaotisch angeordnet und aufgeklebt. Jetzt noch alles hinter Passpartout und Glas in den schwedischen Bilderrahmen … und zack, fertig ist die neue Wanddekoration.
In der Blinkanstalt riecht´s nicht nach leckeren Plätzchen, sondern nach uhu und Farbe – es ist Bastelzeit.
Der Schneideplotter läuft wieder heiß, Massen an Papier werden zerschnippelt, um danach wieder zusammengeklebt zu werden. Der ElektroKlon hat es dieses Jahr auf unsere Christbaumkugeln geschafft und wird unseren Tannenbaum schmücken.
Über die Ausstellung in der Neuen Sammlung / Pinakothek der Moderne München hat die Weltpresse ausgiebig berichtet. Die Presseabteilung der blinkgestalten hat das Netz durchforscht und aus den Beiträgen eine Pressemappe erstellt.
Pressemappe
Nach 10 anstrengenden Monaten in der Pinakothek der Moderne sitzt der ElektroKlon nun wieder in der Blinkanstalt, um sich von dem Medienrummel zu erholen. Berichtet wurde nicht nur in lokalen Zeitungen wie der Süddeutschen Zeitung, sondern auch in Fachmedien wie Architectural Digest oder Designers Digest.
Die Pressemappe ist ein Unikat und steht in der Bibliothek der Blinkanstalt. Aber mit Hilfe einer großen Suchmaschine kann sich jeder selbst ein Bild machen.
Künstler verschönern Boden und Wände im öffentlichen Raummit dem ElektroKlon-Logo.
Der ElektroKlon im öffentlichen Raum
Wie cool ist das denn: Der ElektroKlon wurde an diversen locations im öffentlichen Raum verewigt: Ein seltsam buntes Graffiti prangt an einer Wand einer ehemaligen Kartoffelbreifabrik. Beim nächsten Foto hat sich der Sprayer wohl ein Stencil ausgeschnitten, um damit minimalistisch einen Gully-Deckel zu verzieren. Und auch ein Tape-Art-Artist hat sich versucht und mit weißem Klebeband das Logo auf eine große Mauer getaped.
Wir sind begeistert und werden weiter mit offenen Augen durch die Straßen gehen …
Wir haben unseren elektronischen Freund in seinem neuen, temporären zu Hause – der Pinakothek der Moderne – besucht. Es scheint ihm zu gefallen.
An einem verregneten Sonntag im Mai statten wir unserem Freund einen Besuch ab. Ganz alleine sitzt er in seinem Designer-Regal und twittert vor sich hin. Er genießt aber auch die Aussicht auf die vielen Besucher, die sehr nah kommen, um ihn anzuschauen. Am liebsten würden diese ihn anfassen wollen. Das er das aber gar nicht mag, hat man ihm eine Glasscheibe zur Sicherheit vors Regal geschraubt.
Bis Ende September darf er nun dort noch wohnen, dann geht es wieder heim in die blinkanstalt … oder wer weiß, vielleicht ist er bis dahin Größenwahnsinnig geworden und will direkt ins MoMA NY oder in die Tate Modern London.
Unser persönlicher Osterhase war wieder fleißig. Tag und Nacht hat er in der blinkanstalt Papier zerschnitten, gefaltet und geklebt, bis die Pfoten wund waren. Schnell alles noch mit Schokoeiern gefüllt und dann ist er auch schon los gehoppelt, um diese schönen Osterschachteln zu verteilen.
Im wahrsten Sinne des Wortes war dieser Bastelspass klein bzw. winzig. Wir haben ein Mini-Diorama gebastelt.
Ein röhrender Hirsch im Miniaturwald
Man nehme etwas Alufolie, Haarspray, Farbe, Sand, Korkstückchen, Holzsspäne, Streugras sowie Mini-Tannenbäume und einen Mini-Hirsch. All das wird so verarbeitet, dass es in das kleine Plexiglas-Kästchen von 8 cm x 5 cm passt. Und Zack – nach exakt 60 min ist unser erstes selbstgebasteltes Diorama fertig.
Ein neues Kunstwerk zieht in die blinkanstalt ein: „futurEye“. Die Skulptur eines bislang weitgehend unbekannten Künstlerpaares gibt den blinkgestalten Rätsel auf und regt zur Reflektion an.
Ein Neuerwerb in der blinkanstalt: futurEye
Seit kurzem beherbergt die blinkanstalt ein neues Kunstwerk: „futurEye“. Die Skulptur – eine sorgfältig arrangierte Collage aus Konsumgüter-Restmüll und Naturmaterialen – wurde von einem bislang unbekannten Künstlerpaar in einem Akt „spontaner Inspiration“ geschaffen.
Als sich die blinkgestalten erstmals mit der Arbeit „futurEye“ konfrontiert sahen, verspürten sie eine unmittelbare innere Zerissenheit. Genauer: einen Zustand der interessierten Annäherung, bei gleichzeitig befremdeter Distanzierung. Gute Kunst leistet genau das: sie löst starke emotionale Zustände aus. So stand der Entschluss schnell fest: „futurEye“ sollte die kleine aber feine Kunstkollektion in der blinkanstalt bereichern.
Seit der Aufstellung des Kunstwerks sind nun einige Wochen vergangen – genug Zeit für die blinkgestalten, um das Werk weiter auf sich wirken zu lassen. Bei der Betrachtung der Skulptur kamen wir zu diesen Rückschlüssen:
Die Arbeit hinterfragt kritisch die Konsumgesellschaft. Das dominanteste Element – die ausgepresste Fischpastentube – steht für den Widerstreit von Menschenwelt und Natur. Der industriell prozessierte Fisch in Weißblech als Symbol der übermächtigen, tödlichen Unterdrückung der Biosphäre durch die Industriegesellschaft. Das seiner Natur beraubte Lebensmittel wird auf Plastik angereicht – Plastik das im 21. Jahrhundert als Mikroplastik die gesamte Biosphäre kontaminiert. Das Plastik selbst getragen durch eine Assemblage aus Kartonverpackungen. Der Karton, als vermeintlich wiederverwertbare und umweltfreundliche Verpackung, die jedoch nur die Sicht auf das darunter verborgene Plastik verstellt. Umweltschutz verkommt zur Fassade. Die Verpackungsaufschrift „keine Kinderarbeit, kein Chinaprodukt“ mutet in diesem Kontext wie ein höhnischer Unterton an.
Im Inneren der Skulptur ruht – für den oberflächlichen Betrachter gut verborgen – ein Stein. Der Stein als Symbol für den Planeten Erde. Bodenständigkeit, fester Untergrund. Halt in einer Welt, die sich täglich wandelt. Doch auch der Stein durfte seine naturgegebene Gestalt nicht behalten. Ein lieblicher Anstrich macht ihn konform zu unseren überhöhten Sehgewohnheiten, und verleiht ihm eine Anmutung, die der Erwartungshaltung des visuell übersättigten Menschen entspricht. Buntes Konsumgüterdesign statt natürliche Schlichtheit. Vordergründige Kulisse statt Wabi-Sabi.
Insgesamt ist „futurEye“ also ein vielschichtiges Werk, das den blinkgestalten auch in Zukunft noch reichlich Stoff zum Nachdenken geben dürfte.
Hintergrundinformationen zur Plastik „futurEye“ futurEye, ein durch spontane Inspiration gewordenes Recycling-Design-Objekt, losgelöst von klassischen Denkmustern will anregen, auf eigenen kreativen Pfaden, Visionen zu verwirklichen. Weder der, die das ist dominant noch spielt der derzeitige Gigantismus eine Rolle. futurEye findet auch in minimalen Räumen ein zu Hause. futurEye kann zu Symbiosen zwischen Gegenwart und Zukunft, Kunst und Design führen.
Zum Künstlerpaar: Die Künstler verstehen sich als visionäre Designer in einer globalisierten, vielfach undurchschaubaren, verwirrenden Welt der Widersprüche und Gegensätze, Protagonisten zeitgenössischer Konzeptkunst.
Jetzt haben wir uns extra ein tolles Rezept für Weihnachtsplätzchen rausgesucht. Mehl, Eier, Zucker, Hefe und sonstige Zutaten zusammengerührt – und dann sowas:
Irgendwas ist da wohl in der Backstube dieses Jahr schief gelaufen … Egal. Hauptsache es schaut lustig aus und schmeckt lecker!
In diesem Sinne – eine schöne restliche Adventszeit wünschen die